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Das Jahr 1985 war in mancher Hinsicht ein besonderes Jahr. Die Generalversammlung beschloss die Eintragung in das Vereinsregister, u.a. auch wegen der Anerkennung als gemeinnütziger Verein, aber auch wegen der Fortführung des Schießsports als Mitglied des Westfälischen Schützenbundes. Das Jubiläumsfest war - nach akribischer Vorarbeit durch den Vorstand - ein voller Erfolg. Das Festzelt befand sich auf dem Schulhof der Antoniusschule. Angetreten wurde mit vielen Gastvereinen auf der Bismarkallee. Die Schirmherrschaft hatte der damalige Oberbürgermeister der Stadt Münster, Herr Dr. Jörg Twenhöven. Bei diesem Schützenfest wurde mit Bernhard Heitmann zum ersten Mal ein Kaiser an der Vogelstange ermittelt.

Das weitere herausragende Ereignis im Jahre 1985 war die Entdeckung eines Kellergewölbes unter dem Haus an der Weseler Straße 40. Der Friseurmeister Wilhelm Wöstmann, Hausbesitzer, erzählte dem Schützenbruder Gerd Wilmes eher beiläufig von einem Kellergewölbe unter seinem Haus an der Weseler Straße. Ein weiteres Gespräch zwischen Gerd Wilmes und dem damaligen 1. Vorsitzenden, Hermann Fischer, brachte den Stein dann endgültig ins Rollen - die Idee einer Schießsportstätte für die Pluggendorfer Schützengesellschaft in den Kellergewölben war geboren. Mit dem Hausbesitzer Wilhelm Wöstmann wurde man sich schnell über die Anmietung einig, die Hürden mit den zuständigen Ämtern der Stadt Münster waren schon schwieriger zu nehmen. Am 7.5.1986 begannen die Arbeiten mit über 30 Helfern, die 11 Container Schutt und Geröll aus den Gewölben schaffen musste. Symbolisches Richtfest wurde am 15.11.1986 gefeiert. Die Einweihung der Schießsportanlage mit 3 Schießbahnen für Luftgewehrschießen, einem Aufenthaltsraum mit Theke und Sanitäranlagen erfolgte am 21.5.1988 im Beisein vom Oberbürgermeister der Stadt Münster, Herrn Dr. Jörg Twenhöven.

Es wurde im Herzen von Pluggendorf eine Begegnungsstätte geschaffen, die der Gesellschaft alle Ehre macht und mittlerweile von vielen befreundeten Schützen zur Ausübung des Sportschießens benutzt wird.

Gleich nach der Einweihung lud Hermann Fischer am 21.7.1988 die Senioren der Gesellschaft zu einem Treffen in unserem Schießkeller ein. Es kamen 25 Schützenbrüder, die sich sofort zu der Oldie-Riege zusammenschlossen.

Fast unbemerkt - durch die "Großbaustelle Kellerbau" in den Hintergrund geraten - ist ein weiterer Meilenstein in der Vereinschronik genommen worden. Die Generalversammlung vom 17.11.1987 beschloss die Öffnung der Gesellschaft für Frauen als vollwertige Mitglieder. Im Jahre 1987 trat die Gesellschaft in den Westfälischen Schützenbund ein. Dies war eine logische Konsequenz für die Weiterführung des Schießsports und der Teilnahme an den entsprechenden Wettkämpfen.

Am 15.6.1988 gründete sich die Damenschießriege mit 17 Mitgliedern.

Auf der Generalversammlung des Jahres 1989 tritt Hermann Fischer als 1. Vorsitzender zurück. Kurt Sicker wird zu seinem Nachfolger gewählt.

Im Jahre 1990 wechselten wir mit unserem Schützenfest auf die andere Seite der Weseler Straße. Auf dem Schulhof der Marienschule an der Hermannstraße haben wir einen neuen Festplatz gefunden. Der Winterball findet in diesen Jahren im Lindenhof an der Promenade statt. Auf der Generalversammlung wird am 20.11.1990 mit Gisela Gehrmann erstmals eine Frau in den Vorstand (Beisitzerin) gewählt. Im Jahre 1991 folgte Mathilde Furche in den Vorstand (Beisitzerin).

Im Jahre 1992 wurde uns der Lindenhof (der später abgerissen wurde) als Austragungsort für unseren Winterball genommen. Wir haben einen neuen Saal im Pfarrer-Eltrop-Heim an der Wolbecker Straße gefunden.

Durch eine Satzungsänderung, welche auf der Generalversammlung am 16.11.1993 durchgesetzt wurde, wurde das Eintrittalter von 18 auf 12 Jahre heruntergesetzt. Somit war der Weg für eine Jugendriege geebnet.

Dagmar Sicker wird im Jahre 1994 erste Königin der Pluggendorfer Schützengesellschaft von 1810. Ein Jahr zuvor wird sie bereits Kreisschützenkönigin im Schützenkreis Münster-Warendorf. 1995 kann sie den Titel wieder erringen.

Auch im darauf folgenden Schützenjahr 1995 steht mit Annegret Lotz eine Frau erfolgreich an der Vogelstange und wird die 2. Königin der Gesellschaft.

Die Tradition der Fahnenschläger in unserer Gesellschaft lebt 1995 wieder auf. Schlägt Udo Puke beim Schützenfest 1995 noch alleine, wird der nächste Fahnenschlag beim Winterball 1996 mit Udo Puke, Stefanie Furche und Martina Friedrich schon zu dritt durchgeführt.

Auf der Generalversammlung im Jahre 1998 gibt Kurt Sicker sein Amt als 1. Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen ab, Nachfolger wird Hermann Stadtmann. Hermann Stadtmann stirbt am 12.10.2000 nach kurzer, schwerer Krankheit. Auf der Generalversammlung am 17.11.2000 wird Manfred Zepp zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Den Winterball 2004 feiern wir als Winter- und Königsball zusammen mit den Pluggendorfer Jägern von 1959. Die Vorstände beider Vereine haben sich unter dem wachsenden Kostendruck zu diesem Schritt entschlossen. Nach der Trennung im Jahr 1959 sind sich die beiden Vereine anfangs mit großem Misstrauen begegnet, erst im Jahre 1978 nahmen die Pluggendorfer Schützen mit einer Abordnung am Schützenfest der Pluggendorfer Jäger teil, die nachbarschaftlichen Beziehungen normalisierten sich. Die nachfolgenden Bälle wurden weiterhin gemeinsam geplant und zusammen gefeiert. Lediglich in den Jubiläumsjahren 2009 (für die Pluggendorfer Jäger) und 2010 (für die Pluggendorfer Schützen) feierte man wieder getrennt.

Wenn es mit dem Feiern bei den Bällen klappt, liegt auch eine Überlegung über eine Fusion beider Vereine nicht mehr in weiter Ferne. Überlegungen diesbezüglich werden in Arbeitsgruppen und bei gemeinsamen Gesprächen ausgelotet und erörtert. Eine Zusammenlegung in der Zukunft ist denkbar, es sind aber auch gegensätzliche Auffassungen und Meinungen zu überwinden. Die Zukunft wird es zeigen. Unter dem Druck von schwindenden Mitgliederzahlen, Nachwuchssorten, keinen Zuschüssen mehr von Stadt oder Land sollte die Vernunft siegen um in Pluggendorf nicht zwei aussterbende Schützenvereine sondern einen starken Verein zu haben, der die anstehenden Probleme angehen und überwinden kann.

Die Pflege von weiteren Freundschaften zu der Tischlerbruderschaft von 1564, dem Orts- und Schützenverein Gremmendorf, dem Schützenverein Bad-Salzschlirf und allen Nachbarvereinen in Münster nimmt für die Pluggendorfer Schützengesellschaft immer einen hohen Stellenwert ein und wird Vorrang in unserer Vereinsarbeit haben.

In diesem Sinne:

Auf die nächsten 25 Jahre!
Ein dreifaches Horrido...